Betrüger können KI-Tools nutzen, um Ihren Standort anhand eines Fotos zu ermitteln
- Markus Haas
- 28. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Laut Forschern von McAfee können Betrüger heute KI-Tools nutzen, um den Aufnahmeort von Fotos zu bestimmen, die Nutzer in sozialen Medien veröffentlichen. Diese Informationen können anschließend für gezielte Social-Engineering-Angriffe missbraucht werden. Die Forscher fanden heraus, dass frei verfügbare KI-Modelle den Standort eines Fotos mit einer Genauigkeit von rund 90 % korrekt identifizieren können.
„Gemma3 27B identifizierte die Stadt und das Land eines Reisefotos in 87 % der Fälle korrekt“, erklärt McAfee. „Qwen3 VL 30B schnitt sogar noch besser ab und erreichte bei demselben Datensatz eine Genauigkeit von 91 %. Das bedeutet, dass in etwa neun von zehn Fällen ein kostenlos verfügbares KI-Modell ein gewöhnliches Reisefoto analysieren und korrekt bestimmen kann, wo es aufgenommen wurde. Diese Art der Analyse ist auch die Grundlage dafür, wie KI-Systeme Bilder allgemein verstehen. Sie beeinflusst nicht nur Betrugsversuche, sondern auch die Art und Weise, wie Informationen in KI-gestützten Antworten dargestellt werden. Und selbst wenn die genaue Stadt nicht erkannt wurde, war zumindest das Land fast immer korrekt. Für einen Betrüger ist das mehr als ausreichend. Es genügt, um aus einem vagen und allgemeinen Betrugsversuch einen Angriff zu machen, der spezifisch, aktuell und glaubwürdig wirkt.“
Menschen sollten sich bewusst sein, wie Bedrohungsakteure öffentlich verfügbare Informationen ausnutzen können – insbesondere jetzt, da KI den Aufwand für die Aufklärungs- und Recherchephase eines Angriffs erheblich reduziert.
„Zu wissen, wo sich eine Person befindet oder kürzlich aufgehalten hat, gehört zu den ältesten Tricks im Werkzeugkasten von Betrügern“, schreiben die Forscher. „Bis vor Kurzem war es jedoch erforderlich, die betreffende Person zu kennen oder einfach Glück zu haben, um an diese Informationen zu gelangen. KI beseitigt dieses Rätselraten und ermöglicht es Angreifern, hochgradig spezifische und kontextbezogene Betrugsversuche in großem Maßstab zu erstellen. Mit einer derart präzisen Standortbestimmung müssen Betrüger nicht mehr wahllos eine große Anzahl von Menschen mit generischen Phishing-Nachrichten ansprechen und hoffen, dass jemand darauf hereinfällt. Stattdessen können sie öffentlich geteilte Fotos nutzen, um einen glaubwürdigen Kontext für ihren Angriff zu schaffen.“
Kurz gesagt: Öffentlich geteilte Bilder können mehr Informationen preisgeben, als vielen Menschen bewusst ist. Moderne KI-Modelle können aus Bilddetails häufig den Aufnahmeort ableiten. Dadurch können Cyberkriminelle ihre Angriffe deutlich persönlicher, glaubwürdiger und damit potenziell erfolgreicher gestalten.
Das CSF Computer Solutions Facility AG Sicherheitsteam

Kommentare